Bar

Sonntag, 16. September 2007

Wie aus dem nichts...

Diesesmal kann ich wiedermal die Laborbar mein Eigen nennen. Ja, ich freue mich ein bisschen, weil ich weiß, dass es dort meist am meisten Trinkgeld gibt und weil ich ganz gerne dort arbeite, auf der anderen Seite jedoch bedeutet das, dass ich den Hardcorebereich habe. Wiedermal stehe ich mitten im Geschehen und noch dazu muß ich bis zum bittersten Ende bleiben. Es ist das erste Mal, dass ich hintereinander in so kurzen Abständen auf einer Fetischparty arbeite und nach der letzten bin ich eigentlich auch ziemlich bedient gewesen. Naja, Augen zu und durch, es wird schon ganz nett werden, dachte ich mir und so war es auch.

Es waren viele bekannte Gesichter da und deren Freude darüber, dass ich da war, bestätigte mich. Zum Glück war es nicht zu voll, so dass ich zwischendurch immer mal wieder Zeit hatte mit den Gästen zu quatschen.

Ich machte gerade einen kleinen Rundgang, da stand er vor mir. Ich habe ihn sofort erkannt und für einen kurzen Moment machte mein Herz einen Luftsprung. Auf der letzten Party war er nicht da, obwohl ich fest mit ihm gerechnet hatte. Er, der Mann, der mich auf der vorletzten Party abgeschleppt hat, der Mann, wegen dem ich die Pille danach nehmen mußte, der Mann, der die schönsten Vampireckzähne hat, die ich jemals gesehen habe. Er, dessen Namen ich noch nie wußte, der Mann, mit dem Flirten so richtig Spaß macht, weil es immer die perfekte Warung der höflichen Form, aber trotzdessen anzüglich ist. Weil flirten mit diesem Mann die richtige Mischung aus Intelligenz und Witz ist. Und nun war er wieder da, stand vor mir, lächelte mich an und begrüßte mich herzlich und mit meinem Namen. Er fragte mich, wie es mir geht, an welcher Bar ich bin und wie immer, kam er ab da regelmäßig und bestellte bei mir und wir flirteten und unterhielten uns. Er entschuldigte sich dafür, dass er sich nie bei mir gemeldet hat und fragte mich erneut nach meiner Nummer. Trotz dessen, dass ich weiß, dass er sich nie melden wird, gab ich sie ihm. Wir sprachen über die "Extravaganza", die am 20.10 in einem Hamburger Club statt finden wird und er fragte mich, ob ich mich zufällig mal privat dort rumtreiben würde. Ich verneinte, da ich zu diesem Zeitpunkt Gastgeberin einer Einweihungs und Geburtstagsparty sei und sofort fragte er, wo ich denn hinziehen würde und warum ihc aus meiner jetzigen Wohnung ausziehen wolle. Ich war erstaunt darüber, dass er noch genau wußte, wo sie sich befand und auch noch viele Details der Wohnung wußte. Ich sagte ihm meine neue Adresse und betonte, dass er, wenn sein Weg zur Extravaganza ihn zufällig an dieser Adresse vorbeiführen würde, eingeladen sei einen Starter zu trinken. Er grinste, wiederholte die Adresse und verließ kurze Zeit später die Feier.

Es ist komisch und im Nachhinein frage ich mich, warum ich ihn eingeladen habe, ohne zu denken, dass es ein fehler war. Und obwohl ich das Gefühl habe, dass er mich nicht anrufen wird, habe ich das Gefühl, dass er, wenn auch nur kurz, auf der Einweihungsparty erscheinen wird. - Ich bin gespannt...

Übrigends, ich weiß inzwischen seinen Namen und ich habe festgestellt, das er noch genauso toll küsst, wie beim letzten Mal.

Montag, 6. August 2007

eine schöne Nacht

Es ist Samstag, auf dem Parkplatz des Clus steht ein riesiges Zelt, worin sich die Gaderobe und der Eingangsbereich befindet. Ich bin guter Laune und freue mich auf den Abend, obwohl die CDS-Party im letzten Jahr unglaulich anstrengend war. Im Vorjahr sind 2000 Gäste mehr als erwartet gekommen und dementsprechend waren wir sehr unvorbereitet und unterbesetzt.
Was soll´s, neues Jahr, neues Gück. Schon lange war ich nicht mehr da und auch das ist ein Grund, warum ich mich freue. Ich gehe direkt ins Backstage und es ist ein bisschen, als würde ich nach Hause kommen. Langsam trudeln auch die anderen ein und wir quatschen und lachen ein bisschen. Ich bin an der grünen Bar, es ist ein Loungebereich, mit einer kleinen Bar, da bin ich gerne.
Wir haben noch eine Stunde Zeit, bevor wir öffenen und langsam enden die Gespräche und jeder beginnt seine Bar vorzubereiten. Aus den Waschbecken dampft heißes Wasser, der Geruch von geschnittenen Limetten, Zitronrn und Orangen verbreitet sich und die DJ´s beginnen die Anlagen zu testen. Das Licht wird dunkler, die Beamer werfen erste Bilder an die Wand und die Türsteher gehen ihre übliche Runde um zu sehen, wer wo arbeitet.
Es ist kurz vor 22 Uhr, die Bars sind fertig, die Musik läuft, die Kerzen brennen und auf dem Mädchenklo trifft man alle Barkeeperinnen, da wird nochmal das Makeup überprüft, Parfüm und Deo nachgelegt und natürlich wird gelacht und gequatscht. Noch ein letzter Blick in den Spiegel und dann gehe ich zu meiner Bar.
Langsam kommen die ersten Gäste und zur Musik mischen sich ihre Stimmen. Manche Gäste setzen sich, andere stehen bei mir an der Bar, es ist super, ich liebe diesen Job!
Als ich auf die Uhr schaue, ist es 1 Uhr, es ist richtig voll, man könnte fast sagen, ich bin im Stress. Eine Bestellung jagt die nächste und meine Laune wächst stetig. Ich liebe diesen Job, ich liebe es, wenn ich eine Bestellung aufnehme und im Augenwinkel sehe, das ein Gast sein Bier hoch hält und den Daumen hebt, wärend ein anderer zu seiner Freundin sagt: ich bestelle mal zwei Bier. Ja aber noch viel mehr liebe ich den Blick, wenn ich die Bestellung hinstelle, dem einen sein Bier gebe und den Gästen die noch nichtmal bestellt haben auch ihr Bier hinstelle. Ja, diesen Blick liebe ich, diese Mischung aus Bewunderung, Verwunderung, Freude und Dankbarkeit.
Es ist schon komisch, dass ich genau in dieser Phase nichts mehr vom Raum mitbekomme. Es ist, als ob sich alle meine Sinne verschärfen, sich aber nur auf die Bar konzentrieren. Ich nehem den Raum nur noch im Unterbewußtsein wahr und bekomme fast eine Art Tunnelblick, das einzige, wa sich sofort registriere ist, wenn sich im Raum Streit oder ähnliches zwischen Gästen entwickelt.
Alles läuft, die Bestellungen rennen über den Tresen, ein flotter Spruch hier, ein lustiger Spruch dort, bei manchen Gästen weiß ich schon, was sie wollen, weil sie es den ganzen Abend schon trinken. Zwischendurch kurz ein bisschen tanzen und beim Drinks machen mit der Partnerin lachen und diese bei Laune halten, weil sie etwas genervt ist.
Als ich das nächste Mal auf die Uhr schaue, weil sich der Raum langsam leehrt, ist es 5 Uhr morgends. es wird schlagartig ruhiger. Nun beginnt langsam der zweitnetteste Teil des Abends, einsame Gäste unterhalten oder etwas Seelentrösten.
Zwei Stunden später habe ich noch zwei einsame Gäste, die sich gegenseitig und mir ihr leid klagen. Ich sitze auf dem Kühlschrank und rauche gemeinsam mit ihnen und natürlich drehe ich ihenen noch einen Longdrink mehr an, als sie eigentlich trinken wollten. Eine halbe Stunde später dann, shcließe ich meine Bar und beginne mit den Aufräumarbeiten.
Als ich wieder im backstage ankomme ist es 9 Uhr morgends. Einige der anderen sind noch da und wir trinken gemeinsam ein Bier, erzählen vom Abend und von besonders blöden, anstrengenden, lustigen und netten Gästen. Nach einer 3/4 Stunde verlassen wir dann alle den Laden, draussen scheint die Sonne und wir verabschieden uns. Es war ein toller Abend, aber als ich zu Hause im Bett liebe bin ich auch froh endlisch schlafen zu können.

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